Informationen für abgebende Eltern

Was bedeutet es für mich als Mutter oder Vater, wenn mein Kind in eine tipiti-Pflegefamilie platziert wird?

Sie werden immer die Eltern Ihres Kindes bleiben. Die leiblichen Eltern behalten eine zentrale Bedeutung für jedes Kind. Tipiti und seine Pflegeeltern wissen das. Sie ermöglichen dem Kind, dass es seine Eltern im Herzen haben darf, damit es ihnen unbeschwert begegnen kann.

Ein Kind in eine Pflegefamilie zu geben, ist für Eltern nie einfach. Sie werden zum «Besuchspapi» oder zur «Wochenendmama». Sie sind in einer neuen Rolle gegenüber Ihrem Kind. Sie und Ihr Kind müssen sich zuerst daran gewöhnen.

Kann ich die Pflegefamilie auswählen?

Eine Wahl ist leider nur selten möglich. Denn Ihr Kind sollte vom Alter her in die Pflegefamilie passen und die Pflegefamilie sollte für die Bedürfnisse Ihres Kindes optimal geeignet sein. Das schränkt die Auswahl meistens sehr ein.

In der Regel können wir Sie und eine Pflegefamilie, die wir als geeignet beurteilen, miteinander bekannt machen und beide Seiten können für sich entscheiden, ob sie sich die Zusammenarbeit vorstellen können. In einzelnen Fällen entscheidet die Kindesschutzbehörde auch ohne den Einbezug der Eltern über die Platzierung.

Wie viel Kontakt kann ich zu meinem Kind haben, wenn es in einer Pflegefamilie lebt?

Zuständig für die Kontaktregelungen ist die Beiständin oder der Beistand Ihres Kindes.

Wenn Sie Eltern eines Babys oder Kleinkindes sind, werden Sie Ihr Kind in der Regel einmal monatlich sehen können. Die Begegnungen mit Ihrem Kind finden an einem freundlich eingerichteten neutralen Ort oder in der Pflegefamilie statt, oder auch einmal bei Ihnen zu Hause.

Wenn die Kinder älter sind, ist es möglich, dass die Kinder Wochenenden und Ferien bei Ihnen verbringen. Dies hängt von Ihren Lebensumständen ab und davon, ob Sie in dieser Zeit die volle Verantwortung für Ihr Kind übernehmen können.

Kann ich mein Kind spontan besuchen, wenn ich es vermisse?

Spontane Besuche in der Pflegefamilie sind meist nicht möglich. Dafür werden wir die Kontakte mit Ihnen und den Pflegeeltern frühzeitig über eine bestimmte Zeit hinweg planen.

Die Kontaktregelungen werden in der Regel zweimal jährlich besprochen. Dies geschieht bei den sogenannten Standortgesprächen mit dem Beistand oder der Beiständin. Dann wird geschaut, ob die Regelungen noch den Bedürfnissen des Kindes entsprechen oder verändert werden müssen.

Ich möchte mit meinem Kind seinen Geburtstag feiern können!

Das verstehen wir sehr gut. Dies ist ein wichtiger Tag für Sie als Eltern und für Ihr

Kind. Wir versuchen, Ihnen eine Geburtstagsfeier mit Ihrem Kind zu ermöglichen.

Wird mein Kind der Pflegemutter „Mami“ sagen?

Wenn Ihr Kind den Pflegeeltern „Mami“ und „Papi“ sagen will, sollte ihm das nicht verwehrt werden. Gerade Kinder, die mit anderen Kindern in einer Familie aufwachsen, möchten die Erwachsenen gleich nennen wie ihre Pflegegeschwister.

Hier finden sich immer Lösungen. Vielleicht sind Sie die „Mamma“ und die Pflegemutter ist die „Mami“ oder umgekehrt. Oder es gibt „Mami Eva“ und „Mami Sandra“.

Was kann ich tun, damit es mein Kind gut hat in der Pflegefamilie?

Sie tun sehr viel für Ihr Kind, wenn Sie ihm die Erlaubnis geben, in einer anderen Familie aufzuwachsen. Sprechen Sie diese Erlaubnis aus, auch wenn Ihr Kind noch ganz klein ist und das vielleicht noch gar nicht verstehen kann. Es «versteht» es emotional eben doch. Ihr Kind kann sich dann unbeschwert entwickeln und es profitiert von der Lebenssituation, zweimal Eltern zu haben

Sagen Sie ihm aber auch, dass Sie es sehr gerne haben und dass es Sie schmerzt, dass Sie es weggeben müssen. Ganz wichtig ist, dass das Kind weiss, dass es nicht seine Schuld ist, dass es nicht bei Ihnen leben kann. Die tipiti-Fachberaterin oder der Fachberater hilft Ihnen, Ihrem Kind zu sagen, warum es nicht bei Ihnen leben kann. Oder sie formuliert es für Sie, wenn Ihnen dies sehr schwer fällt.

Was mache ich, wenn ich mit der Pflegefamilie oder mit tipiti nicht zufrieden bin?

Sagen Sie es tipiti oder der Beiständin oder dem Beistand des Kindes. Diese müssen dafür besorgt sein abzuklären, was es mit Ihrer Kritik oder Unsicherheit auf sich hat. Sollten Sie sich nicht gehört fühlen, können Sie sich auch an die zuständige Kindesschutzbehörde wenden.